Sofortige Aufhebung der Schließung der Jesiden-NGO Yazda in Kurdistan/Nordirak

Petition an: die Repräsentanten der Regionalregierung Kurdistan-Irak in Berlin und Wien

 

Sofortige Aufhebung der Schließung der Jesiden-NGO Yazda in Kurdistan/Nordirak

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Sofortige Aufhebung der Schließung der Jesiden-NGO Yazda in Kurdistan/Nordirak

Neues zur Petition (18. Januar 2017, 16.30): Herr Murad Ismael, Executive Director der NGO Yazda, hat uns soeben in einer E-Mail mitgeteilt, dass es zu einer Einigung zwischen Yazda und den Behörden der KRG (Kurdische Regionalergierung im Nordirak), gekommen ist. Yazda kann in den kommenden Tagen die Arbeit in den Büros in Dohuk wieder aufnehmen und die gestoppten Hilfsprogramme weiterführen.

Murad Ismael dankt im Namen von Yazda allen Unterzeichnern der Petition für ihre wichtige Unterstützung, die wesentlich zu der raschen Einigung beigetragen hat!


Am Montag, 2. Januar 2017, haben bewaffnete kurdische Sicherheitskräfte in der Provinzhauptstadt Dohuk (Nordirak, autonome Region Kurdistan) die Büros der Jesiden-Hilfsorganisation Yazda (siehe untenstehende erläuternde Informationen) gestürmt und die Mitarbeiter gezwungen, nach Hause zu gehen. Die Büroräume wurden versiegelt, Yazda musste alle Hilfsprojekte – insbesondere auch die Verteilung humanitärer Hilfsgüter – einstellen. Die Maßnahme erfolgte ohne vorherige Ankündigung.

Später teilte der verantwortliche Direktor der kurdischen Sicherheitskräfte in Dohuk mit, er habe von dem Vorgang keine Kenntnis gehabt. Dennoch wurde die Schließung aufrecht erhalten. Sowohl für die von Yazda betreuten traumatisierten Frauen, als auch für die unter den winterlichen Witterungsbedingungen leidenden Vertriebenen in den Flüchtlingslagern kommt die Einstellung der Hilfsprogramme der Organisation einer Katastrophe gleich, da sie nun keine Hilfe mehr erhalten.

Der kurdische Direktor für Angelegenheiten der NGOs, Dr. Akram Jamos, erklärte nach der zwangsweisen Schließung, die Lizenz der NGO Yazda sei abgelaufen. Tatsächlich konnte die Organisation aber nachweisen, dass die Lizenz Yazdas am 28. November 2016 von Dr. Jamos selbst verlängert worden war. Als Beweis veröffentlichte Yazda den verlängerten Lizenzvertrag mit der Unterschrift Jamos.

Die beistehende Petition wendet sich an die Repräsentanten der Regionalregierung Kurdistan-Irak in Berlin (Herr Dilshad Barzani) und Wien (Herr Dr. Mustafa Ramazan) mit der dringenden Bitte, dass die Regionalregierung Kurdistan-Irak Yazda eine umgehende Wiederaufnahme der Arbeit und der Hilfsprojekte in der autonomen Region Kurdistan ermöglichen möge.

Mit Unterzeichnung der Petition wird eine Petitions-E-Mail in Ihrem Namen an die genannten Repräsentanten versandt.


Kurze erläuternde Informationen zu den Jesiden und zur Organisation Yazda:

Die Jesiden sind ein indigenes Volk, dessen angestammte Heimat heute auf vier verschiedene Staaten verteilt ist: die Türkei, den Iran, Syrien und den Irak. Da die Jesiden vom Islam als „Teufelsanbeter“ eingeordnet werden, wurden sie über Jahrhunderte verfolgt und bedrängt. Dadurch verringerte sich ihre Zahl durch Entführungen, Morde und Zwangsislamisierung immer mehr.

Der jüngste Völkermord an den Jesiden ereignete sich im Herbst 2014 durch die vorrückenden Terroristen des ISIS (später IS genannt). Neben der Vertreibung aus Siedlungsgebieten in der Ninive-Ebene kam es in der Region Sinjar (einem der Hauptsiedlungsgebiete der Jesiden im Nordirak) zu systematischen Massentötungen und der Versklavung tausender Frauen. Noch immer werden mehrere tausend jesidische Frauen als Sexsklavinnen gefangen gehalten und missbraucht.

Durch den Mut von Nadia Murad, die selbst Betroffene dieser Versklavung war, bevor sie befreit werden konnte, hat die Weltgemeinschaft von diesem Genozid erfahren. Nadia Murad wurde im September 2016 von den Vereinten Nationen zur ersten „Sonderbotschafterin für die Würde der Opfer von Menschenhandel“ ernannt.

Neben Nadia Murad hat sich vor allem die internationale NGO Yazda für die Anerkennung des Völkermordes an den Jesiden eingesetzt und die humanitäre Hilfe für die zehntausenden durch den IS im Irak vertriebenen Jesiden koordiniert. Yazda wurde 2014, nach dem Genozid von Sinjar, von jesidischen Aktivisten in den USA gegründet. Die Organisation ist mittlerweile weltweit tätig und die größte jesidische Hilfsorganisation. Yazda hat sich für die geleistete Arbeit internationale Anerkennung erworben.

Vor Ort, im Nordirak, ist Yazda vor allem mit Projekten aktiv, durch die

  • aus der Gefangenschaft befreite traumatisierte Frauen betreut werden und Hilfe erfahren;
  • humanitäre Hilfe für tausende von Jesiden, die außerhalb organisierter Camps bereits den dritten Winter unter schwierigsten Bedingungen verbringen, organisiert und geleistet wird;
  • die Ausreise traumatisierter IS-Opfer vorbereitet wird;
  • die durch den IS begangenen Gräueltaten dokumentiert werden.

Daneben setzt sich Yazda dafür ein, dass die vertriebenen Jesiden in ihre Heimatgebiete in der Sinjar-Region zurückkehren können.


Weitere Informationen:
http://ezidis.org/2017/01/04/presseerklaerung-des-vereins-eziden-weltweit-e-v-zum-betaetigungsverbots-yazdas/
http://ezidipress.com/blog/irak-kurdische-regierung-schliesst-ezidische-hauptorganisation-yazda/
https://www.facebook.com/EzidiPressDE/photos/a.1545442105698898.1073741828.1545219229054519/1847709895472116/?type=3&theater
Englischsprachige Artikel:
http://www.cbc.ca/news/politics/yazda-shutdown-yazidi-1.3923272
http://rudaw.net/mobile/english/opinion/06012017
http://www.humanrightsfirst.org/press-release/prime-minister-urged-lift-closure-order-against-civil-society-group-iraqi-kurdistan
http://www.yazda.org/yazdaclosure/
https://www.hrw.org/news/2017/01/03/kurdish-officials-shut-down-group-aiding-yezidis
http://rudaw.net/english/kurdistan/03012017
http://rudaw.net/english/kurdistan/020120175?keyword=Yazda

 

+ E-Mail/Mitteilung an:

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Sofortige Aufhebung der Schließung der Jesiden-NGO Yazda in Kurdistan/Nordirak

Sehr geehrter Herr Dilshad Barzani,
sehr geehrter Herr Dr. Mustafa Ramazan,

wie Ihnen sicherlich bekannt ist, haben bewaffnete Angehörige der kurdischen Sicherheitspolizei (Asayish) am Montag den 2. Januar 2017 die Büros der Jesiden-Organisation Yazda in der Provinzhauptstadt Dohuk gestürmt, geschlossen und versiegelt. Yazda musste infolge dieser Schließung alle Hilfsprogramme (Hilfe für traumatisierte Jesidinnen und humanitäre Hilfe für vertriebene Jesiden) einstellen.

Der verantwortliche Direktor der kurdischen Sicherheitskräfte in Duhok teilte später mit, er habe von dem Vorgang keine Kenntnis gehabt. Der kurdische Direktor für Angelegenheiten der NGOs, Dr. Akram Jamo, erklärte nach der zwangsweisen Schließung, die Lizenz der NGO Yazda sei abgelaufen, obwohl Yazda belegen kann, dass diese Lizenz Yazdas am 28. November 2016 von Dr. Jamos selbst verlängert worden war. Trotz dieser Unstimmigkeiten wurde die Schließung nicht zurückgenommen.

Wir wenden uns an Sie mit der dringenden Bitte, darauf hinzuwirken, dass die Regionalregierung Kurdistan-Irak Yazda eine umgehende Wiederaufnahme ihrer Arbeit und der Hilfsprojekte in der autonomen Region Kurdistan ermöglichen möge.

Sowohl die betroffenen traumatisierten Frauen, als auch die Vertriebenen, die unter den winterlichen Bedingungen leiden, sind auf die durch Yazda geleistete Hilfe dringend angewiesen. Das Leiden dieser Menschen, die schlimmes erlitten haben und bereits den dritten Winter in behelfsmäßigen, teils kaum gegen Kälte, Regen und Schnee geschützten Unterkünften verbringen müssen, ist selbst mit der durch Yazda geleisteten Hilfe groß genug. Wenn diese für längere Zeit unterbrochen würde, droht eine weitere humanitäre Katastrophe, die unbedingt abgewendet werden sollte.

Im Namen der betroffenen Menschen möchte wir Ihnen bereits jetzt für Ihren entschiedenen Einsatz, der die rasche Fortsetzung der Hilfe durch Yazda ermöglichen kann, bedanken.

 

Mit freundlichen Grüßen,
[Ihr Name]

Sofortige Aufhebung der Schließung der Jesiden-NGO Yazda in Kurdistan/Nordirak

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