Klare Benennung des Völkermordes von 1915/16 an den Armeniern

Petition an: Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

 

Klare Benennung des Völkermordes von 1915/16 an den Armeniern

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Klare Benennung des Völkermordes von 1915/16 an den Armeniern

Neues zur Petition (02. 06. 2016): Der Deutsche Bundestag hat in der Abstimmung vom 02. Juni 2016 endlich mit großer Mehrheit bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung eine Resolution angenommen welche die Massaker von 1915/16 und die Vertreibung der Armenier, Aramäer, Assyrer, Pontos-Griechen und anderer Minderheiten im damaligen Osmanischen Reich als Akte des Völkermordes verurteilt. 

In der Debatte vor der Abstimmung haben sich Abgeordnete verschiedener Parteien zudem klar und deutlich von den gegen Bundestagsabgeordnete gerichtetetn Einschüchterungsversuche gewandt und diese zurückgewiesen.

Wir haben uns gemeinsam mit verschiedenen Organisationen mehrfach dafür eingesetzt, dass dieser Beschluss endlich herbeigeführt werden konnte. Auch und gerade dank der Unterstützung der Unterzeichner dieser Petition konnte dies erreicht werden. Wir danken allen, die die Petition unterzeichnet und zu ihrer Verbreitung beigetragen haben.


Neues zur Petition (08.12.2015): In der Debatte vom 24.04.2015 wurde im Deutschen Bundestag von mehreren Rednern der Völkermord von 1915 an den Armeniern und anderen christlichen Volksgruppen klar benannt.

Danke, dass Sie unsere Petition, die sich mit anderen Petitionen und Stimmen dafür eingesetzt hatte, durch Ihre Unterstützung zum Erfolg geführt haben.

Leider ist die in dieser Debatte beschlossene geplante Resolution des Deutschen Bundestages zum Völkermord zwischenzeitlich nach übereinstimmenden Berichten des SPIEGEL und anderer Zeitungen vom 16.10.2015 stillschweigend verschoben worden, "um die Türkei während der Verhandlungen über die Flüchtlingspolitik nicht zu verärgern".

Wir schließen die Petition ab, werden aber das Thema nach dem Jahreswechsel erneut aufgreifen, falls sich abzeichnen sollte, dass die aktuelle Verschiebung der Bundestagsresolution zum Völkermord dazu benutzt werden soll, deren Verabschiedung letztlich völlig zu verhindern.


Am 24.04.2015 gedenkt das armenische Volk dem Beginn des an ihm begangenen Völkermordes durch das Osmanische Reich vor 100 Jahren. Die an diesem Tag erfolgte Verhaftungswelle war der Beginn einer geplanten, gezielt und methodisch durchgeführten grausamen Ermordung und Vertreibung der Armenier, auch und gerade weil sie Christen waren. Andere christliche Minderheiten waren ebenfalls von den Maßnahmen betroffen.

Die historischen Berichte von Augenzeugen (darunter Diplomaten, Offiziere, Missionare, Ordensleute und Geistliche verschiedener Konfessionen) belegen, wie kaltblütig, grausam und teils barbarisch die Armenier behandelt und ermordet wurden. Die Männer wurden teils verschleppt und zu Zwangsarbeit gezwungen (bevor sie getötet wurden), teils erschossen, teils aber auch grausam erschlagen. Die Frauen und Mädchen wurden geschändet und – sofern sie nicht in einen Harem oder als Zweit- oder Drittfrauen entführt wurden – zusammen mit den Alten und Kindern auf Todesmärsche geschickt: Wochenlange Fußmärsche durch das Gebirge, ohne Wasser und Nahrung, teils selbst der Kleidung beraubt. Wer nicht mehr weiter konnte wurde erschossen, erschlagen oder einfach zum Sterben liegen gelassen. Oft wurden große Zahlen an Menschen einfach lebend in Schluchten und Flüsse geworfen. Ziel dieser Todesmärsch war die syrische Wüste (die damals zum osmanischen Reich gehörte). All jene, die die Todesmärsche überlebt hatten wurden ohne Nahrung, Wasser und ausreichende Kleidung in die Wüste getrieben um dort zu verenden.

Die Forscher sind sich einig, dass bis zu 1.500.000 Menschen durch diesen ersten großen Völkermord des 20. Jahrhunderts ums Leben kamen. Die Türkei als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches leugnet bis heute den Völkermord an den Armeniern – auch und gerade nach den klaren und deutlichen Stellungnahmen von Papst Franziskus am 12.04.2015 und der Resolution des Europaparlaments vom 15.04.2015. Das Deutsche Kaiserreich, dessen enger Verbündeter das Osmanische Reich im 1. Weltkrieg war, brachte – obwohl die Regierung in Berlin gut informiert war – nicht den Mut auf, gegen die Morde und Deportationen einzuschreiten und hat dadurch eine Mitschuld zu verantworten.

Das EU-Parlament hat sowohl im Bericht über Menschenrechte und Demokratie ("Panzeri-Report", Satz 77) als auch in der Entschließung vom 15.04.2015 die Türkei aufgefordert, den Völkermord anzuerkennen. Papst Franziskus sprach am 12.04.2015 vom ersten Genozid des 20. Jahrhunderts und wird seitdem vom Staatspräsidenten und anderen Repräsentanten der Türkei massiv angegriffen. Degegen hat die deutsche Bundesregierung angekündigt, auch beim Gedenken an den 100. Jahrestag des Völkermordes an den Armeniern diesen nicht als solchen zu benennen. Weiter ist absehbar, dass die Bundesregierung nicht beabsichtigt, sich der deutschen Mitverantwortung zu stellen und diese zu benennen. Für eine gedeihliche Zukunft im Zusammenleben der Völker ist es jedoch wichtig, sich der historischen Wahrheit zu stellen und dadurch eine Aufarbeitung der Vergangenheit zu ermöglichen. Nur auf dieser Grundlage ist die Vergebung vergangenen Unrechts möglich.

Im Petitionsschreiben werden Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel aufgefordert und gebeten, sich mutig zur historischen Wahrheit und einer klaren und offenen Aufarbeitung zu bekennen. Mit der Unterzeichnung der Petition bitten Sie Herrn Bundespräsidenten Gauck und Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel:

  • Wiederholen Sie nicht die Fehler der Vergangenheit!
  • Schweigen Sie nicht, sondern benennen Sie den vor hundert Jahren durch das Osmanische Reich begangenen Völkermord/Genozid am armenischen Volk und anderen christlichen Minderheiten klar, deutlich und mutig als das, was er war: Als Völkermord und Genozid!
  • Bekennen Sie sich im Namen des deutschen Volkes auch zu jener Mitverantwortung Deutschlands, die durch Schweigen seiner Regierenden entstanden ist!
  • Ergreifen Sie geeignete Maßnahmen, den Genozid an den Armeniern und die Rolle, die Deutschland dabei spielte, noch klarer historisch aufzuarbeiten!
  • Fordern Sie den türkischen Staat auf, alle Archive zu öffnen und den Historikern auch außerhalb der Türkei zugänglich zu machen!
  • Weisen Sie alle Versuche der Verharmlosung des Völkermordes durch Vertreter des türkischen Staates entschieden zurück!
  • Weisen Sie insbesondere die verbalen Angriffe von Vertretern des türkischen Staates gegen Papst Franziskus, EU-Vertreter und Andere infolge ihrer klaren Äußerungen entschieden zurück und fordern Sie die Regierung und Staatspräsident der Türkei auf, derartige verbale Angriffe zu unterlassen!
  • Fordern Sie die türkische Regierung auf, den Völkermord von 1915/1916 im türkischen Schulunterricht wahrheitsgemäß zu behandeln!
  • Treffen Sie Maßnahmen, dass auch in deutschen Schulbüchern dieser Völkermord und die Verstrickung und Mitverantwortung des Deutschen Kaiserreichs historisch korrekt aufgenommen und behandelt wird!

Zum Thema gibt es eine Vielzahl von Quellen und Veröffentlichungen, wir können daher nur eine Auswahl benennen:
+ E-Mail/Mitteilung an:

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Gewonnen!

Petition an: Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Joachim Gauck,

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, 

in den vergangenen Tagen bewiesen sowohl Papst Franziskus als auch die Mitglieder des Europaparlaments Mut und Weitsicht, indem sie die ab dem 24.04.1915 vom Osmanischen Reich geplant, gezielt und methodisch durchgeführten Massaker und Vertreibungen an den christlichen Armeniern (und anderen christlichen Minderheiten) dem Forschungsstand entsprechend als „Völkermord“ (Europaparlament) und „Genozid“ (Papst Franziskus) benannten.

Papst Franziskus, die EU-Abgeordneten und verschiedene Staaten (darunter unsere Nachbarländer Schweiz, Frankreich und Belgien) haben die Türkei aufgefordert, als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reiches die gezielte, aktive und passive Ermordung von bis zu 1.500.000 Armeniern und Angehörigen anderer christlicher Minderheiten einzugestehen und sich der historischen Verantwortung zu stellen.

Wie kaltblütig und barbarisch dieser Völkermord durchgeführt wurde zeigen die Erkenntnisse der Historiker auf – und die Führung des Deutschen Kaiserreiche war über Berichte von Diplomaten und Offizieren darüber informiert was das verbündete Osmanische Reich tat. Dem deutschen Kaiser und seiner Regierung war letztlich das gute Verhältnis zu seinem engen Verbündeten wichtiger als das hunderttausendfache Sterben Unschuldiger im fernen orientalischen Teil der Türkei – daher schwiegen sie.

Ich bitte Sie, geehrter Herr Bundespräsident Joachim Gauck und geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel heute inständig:

  • Wiederholen Sie nicht die Fehler der Vergangenheit!
  • Schweigen Sie nicht, sondern benennen Sie den vor hundert Jahren durch das Osmanische Reich begangenen Völkermord/Genozid am armenischen Volk und anderen christlichen Minderheiten klar, deutlich und mutig als das, was er war: Als Völkermord und Genozid!
  • Bekennen Sie sich im Namen des deutschen Volkes auch zu jener Mitverantwortung Deutschlands, die durch Schweigen seiner Regierenden entstanden ist!
  • Ergreifen Sie geeignete Maßnahmen, den Genozid an den Armeniern und die Rolle, die Deutschland dabei spielte, noch klarer historisch aufzuarbeiten!
  • Fordern Sie den türkischen Staat auf, alle Archive zu öffnen und den Historikern auch außerhalb der Türkei zugänglich zu machen!
  • Weisen Sie alle Versuche der Verharmlosung des Völkermordes durch Vertreter des türkischen Staates entschieden zurück!
  • Weisen Sie insbesondere die verbalen Angriffe von Vertretern des türkischen Staates gegen Papst Franziskus, EU-Vertreter und Andere infolge ihrer klaren Äußerungen entschieden zurück und fordern Sie die Regierung und Staatspräsident der Türkei auf, derartige verbale Angriffe zu unterlassen!
  • Fordern Sie die türkische Regierung auf, den Völkermord von 1915/1916 im türkischen Schulunterricht wahrheitsgemäß zu behandeln!
  • Treffen Sie Maßnahmen, dass auch in deutschen Schulbüchern dieser Völkermord und die Verstrickung und Mitverantwortung des Deutschen Kaiserreichs historisch korrekt aufgenommen und behandelt wird!

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Joachim Gauck, sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, ich vertraue auf Ihren Mut zur Wahrheit und die Treue zu Ihrem Amtseid, in dem Sie u.a. gelobt haben, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden und bitte Sie: Werden Sie Ihrer Verantwortung vor dem deutschen Volk und der Geschichte gerecht und brechen sie mit Verharmlosung und Verschweigen – auch wenn es unbequem ist dies zu tun.

Mit freundlichen Grüßen,
[Ihr Name]

Klare Benennung des Völkermordes von 1915/16 an den Armeniern

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