Ausbildung zur Kinderkrankenpflege darf nicht abgeschafft werden

Petition an: Staatssekretär Karl-Josef Laumann, an Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sowie an die Mitglieder des Bundestages

 

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Ausbildung zur Kinderkrankenpflege darf nicht abgeschafft werden

Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner sollen nach dem Willen des Bundeskabinetts zur Pflege vom Frühgeborenen bis zum Hochbetagten befähigt werden. Dies bedeutet die Abschaffung der Kinderkrankenpflege. Bisher erfolgt die Ausbildung zur Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin/Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger, zur Kinderkrankenpfleger/Kinderkrankenpflegerin und Altenpflegerin/Altenpfleger in jeweils getrennt verlaufenden dreijährigen Ausbildungen. Durch die generalistische Ausbildung sollen die Pflegefachkräfte angeblich, ohne Verlängerung der Ausbildungszeit, für die Pflege vom Frühgeborenen bis zum Hochbetagten sogar noch besser qualifiziert sein als bisher...

Es ist während der dreijährigen generalisierten Ausbildung vorgesehen, dass die angehenden Pflegefachkräfte zwei Jahre lang eine allgemeine pflegerische Ausbildung erhalten, während sie sich nur im letzten Lehrjahr auf einen bestimmten Berufsbereich spezialisieren. Es ist offensichtlich, dass dieses eine, letzte Ausbildungsjahr deutlich zu knapp ist, um sich das umfassende Fachwissen anzueignen, welches bisher über drei Jahre verteilt erlernt wurde. Somit sind die Versprechungen der Politik, der Ausbildungsstand der Pflegefachkräfte würde sich durch das geplante Pflegeberufsgesetz erhöhen, reine Augenauswischerei. Spezialkenntnisse werden schlicht durch mehr Allgemeinwissen ersetzt.

Allgemein ist bekannt, dass gerade im Bereich der Altenpflege bereits jetzt zu wenige Pflegefachkräfte zur Verfügung stehen und dass sich diese Situation aufgrund der demographischen Entwicklung weiter zuspitzen wird. Es wird erwartet, dass sich die Zahl multimorbider, chronisch und psychisch kranker sowie dementiell erkrankter hochbetagter Menschen erhöhen wird. Deshalb sind Bemühungen der Politik notwendig, Pflegefachkräfte besonders für diese Bereiche zu gewinnen. Um der berechtigten Forderung nachzukommen, die Pflege alter Menschen zu verbessern und attraktiver zu gestalten, inklusive der Abschaffung des Schulgeldes, darf die Pflege der kleinen Patienten nicht verschlechtert werden!

Durch das geplante Gesetz ist dies eindeutig der Fall. Zwischen den drei bisher getrennten Ausbildungen gibt es Überschneidungen, diese beziehen sich jedoch überwiegend auf den theoretischen Unterricht. In der Kranken- und Altenpflege gibt es auch im praktischen Bereich eine gewisse Schnittmenge. Deutlich anders ist dieses Verhältnis von der Pflege Erwachsener zu der von Kindern. Die Pflege eines Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.000 Gramm, das in einem Inkubator liegt und intensiv überwacht werden muss, ist anders als die eines Neugeborenen oder Säuglings, diese unterscheidet sich wiederum von der eines Kleinkindes oder eines Schulkindes mit z.B. Diabetes oder einer chronischen Atemwegerkrankung, einer Krebserkrankung oder nach einem Unfall.

Kinder befinden sich in sensiblen Entwicklungsphasen, die Integration ihrer Bezugspersonen in den Pflegeprozess und die altersentsprechende psychische Begleitung bedarf einer spezialisierten Ausbildung. Bei der geplanten Reform bleibt besonders die Kinderkrankenpflege auf der Strecke! Das Pflegeberufsgesetz sieht vor, dass Auszubildende ihre praktische Pflegekompetenz für die Arbeit mit kranken Kindern der verschiedenen Altersstufen auch in z.B. einer Kinderarztpraxis, in ambulanten Pflegeeinrichtungen, in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe oder während eines Einsatzes in einer Kinderstation erwerben können. Den „Rest“, also den größten Teil der praktischen Ausbildung, verbringen sie in der Kranken- oder Altenpflege.

In der Fachzeitschrift der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege 02/16 haben sich insgesamt 12 Fachverbände (vom Aktionskomitee Kind im Krankenhaus, über den Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte bis zum Kindernetzwerk - Dachverband der Eltern-Selbsthilfe in Deutschland - um nur einige zu nennen) deutlich dafür ausgesprochen, dass bei den Gesetzes- und Reformplänen im Gesundheitsbereich die Bedürfnisse von Kindern im Krankenhaus entsprechend zu berücksichtigen sind. Sie weisen darauf hin, dass stillschweigend über etwas Grundlegendes hinweg gegangen wurde, nämlich dass das Recht auf fachgerechte und qualitativ hochwertige Betreuung im Krankheitsfall besonders auch für Kinder gilt. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Was in dieser Lebensphase verpasst wird, kann negative Auswirkungen auf das ganze weitere Leben haben.

Die Aussage: „Kinder sind unsere Zukunft!“ und die Verschlechterung der Pflege kranker Kinder – das passt nicht zusammen!

Mit dieser Petition bitten wir Staatssekretär Karl-Josef Laumann und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe sowie die Abgeordneten zum Bundestag herzlich, die begründeten spezifischen Bedürfnisse auch der kranken Kinder zu berücksichtigen und dem vorliegenden Entwurf des Pflegeberufsgesetzes nicht zuzustimmen bzw. nur einem im Sinne unserer kranken Kinder entsprechend abgeänderten Gesetzesentwurf die Zustimmung zu erteilen.

Diese Petition wurde von einer Person oder Organisation erstellt, die nicht mit CitizenGO verbunden ist. CitizenGO ist für den Inhalt nicht verantwortlich.
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Ausbildung zur Kinderkrankenpflege darf nicht abgeschafft werden

Sehr geehrter Herr Staatssekretär Laumann,

Sehr geehrter Herr Bundesgesundheitsminister Gröhe,

wir bitten Sie herzlich, den Entwurf des Pflegeberufsgesetzes in der vorliegenden Fassung nicht zu verabschieden.

In vielen Berufszweigen erfolgen zunehmend Spezialisierungen - und bei der Pflege und Betreuung kranker Menschen wird eine Generalisierung angestrebt. Ohne eine Verlängerung der geplanten generalistischen dreijährigen Ausbildung ist nicht davon auszugehen, dass alle Patientengruppen, vom Frühgeborenen mit einem Geburtsgewicht von unter 1.000 Gramm bis zum Hochbetagten, auch künftig in einer guten Qualität fachgerecht gepflegt, betreut und unterstützt werden können.

In der Fachzeitschrift der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege 02/16 haben sich insgesamt 12 Fachverbände (vom Aktionskomitee Kind im Krankenhaus, über den Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte bis zum Kindernetzwerk - Dachverband der Eltern-Selbsthilfe in Deutschland - um nur einige zu nennen) deutlich dafür ausgesprochen, dass bei den Gesetzes- und Reformplänen im Gesundheitsbereich die Bedürfnisse von Kindern im Krankenhaus entsprechend zu berücksichtigen sind. Sie weisen darauf hin, dass stillschweigend über etwas Grundlegendes hinweg gegangen wurde, nämlich dass das Recht auf fachgerechte und qualitativ hochwertige Betreuung im Krankheitsfall besonders auch für Kinder gilt. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen! Was in dieser Lebensphase verpasst wird, kann negative Auswirkungen auf das ganze weitere Leben haben.

Die berechtigten Maßnahmen zur Verbesserung und Attraktivitätssteigerung der Pflege alter Menschen dürfen sich nicht negativ auf die Pflege der kleinen Patienten auswirken.

Bitte setzen Sie sich für den Erhalt einer guten und fachgerechten Pflege aller kranken und alten Menschen ein, aber auch für die von Kindern.

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