Organspende: Nein zur "Zwangsausschlachtung"!

Petition an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn

 

Organspende: Nein zur "Zwangsausschlachtung"!

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Organspende: Nein zur "Zwangsausschlachtung"!

Bundesgesundheitsminister Spahn möchte die Zahl der Organspenden durch eine Widerspruchsregelung massiv erhöhen, in dem er die Zustimmung zur Organentnahme einfach voraussetzt, wenn dem nicht ausdrücklich widersprochen wurde!

Die Frankfurter Allgemeinen Zeitung spricht sogar von einer erschlichenen Lizenz zur Zwangsausschlachtung, auf die die Pläne des Bundesgesundheitsministers hinausliefen.

Die rechtlichen Verhältnisse würden umgekehrt: Bei unterlassenem Widerspruch würde der Staat auf die Organe automatisch zugreifen.

Denn bislang gilt in Deutschland, dass eine Patientenverfügung oder die ausdrückliche Zustimmung der Angehörigen notwendig ist, um einem Patienten, der für hirntot erklärt wurde, Organe entnehmen zu können (Erweiterte Zustimmungsregelung).

Diese Widerspruchsregelung würde alle Patienten betreffen, die es unterlassen haben, beispielsweise eine Patientenverfügung gegen eine Organentnahme zu zeichnen.

In Fällen, in denen Verwandte nicht schnell um ihr Einverständnis gefragt werden können, dürfte die Zustimmung zur Organantnahme damit ebenso vorausgesetzt werden. Die Rechte des Patienten und seiner Familie würden massiv beschnitten.

Auch wenn die neue Widerspruchslösung keinen Zwang zur Organspende bedeuten soll, wird auch darüber hinaus der Druck auf Patienten und Angehörige massiv erhöht, ihre Bereitschaft zur Organentnahme er erklären, denn die Organspende soll laut Bundesminister Spahn zum „Normalfall werden.

Doch der Staat darf Menschen, die durch ihre gesundheitliche Situation nicht mehr in der Lage sind, ihren Willen zu äußern, nicht in ihrem Selbstverfügungsrecht einschränken, auch dann nicht, wenn sie es unterließen, eine Patientenverfügung zu hinterlegen.

Dieses Vorhaben des Bundesgesundheitsministers beschneidet fundamental das Recht der Person am Ende des Lebens und lässt ihren Körper als Ersatzteillager erscheinen:

Der Mensch wird als Objekt betrachtet, das zur Steigerung des Organspendeaufkommens auszuschlachten ist.

Auch Kritiker aus dem deutschen Ethikrat, wie Peter Dabrock und Eberhard Schockenhoff, sprechen hinsichtlich der Pläne von einer drohenden Organentnahmepflicht, die den „menschlichen Körper zu einem Objekt staatlicher Sozialpflichtigkeit“ macht oder von einem Staat, der zu einer „Verteilorganisation“ von Organen werde.

Wenden Sie sich mit dieser Petition gegen die Pläne des Bundesgesundheitsministers, eine Widerspruchslösung zur Erhöhung des Orgenspendeaufkommens gesetzlich zu implementieren.


Weitere Informationen:
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/kommt-bei-organspenden-die-widerspruchsloesung-15754356.html
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/organspende-mein-koerper-ist-kein-ersatzteillager-kommentar-15755803.html
http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/spahn-fuer-widerspruchsloesung-in-organspende-debatte-15768644.html
https://www.die-tagespost.de/politik/pl/Viel-Kritik-an-Spahn;art315,191691
https://www.sueddeutsche.de/politik/organspende-kommentar-1.4114750

+ E-Mail/Mitteilung an:

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Organspende: Nein zur "Zwangsausschlachtung"!

Sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn,

mit Ihrem Vorstoß, die Einwilligungspflicht für Organspenden durch eine Widerspruchsregelung zu ersetzen, wollen Sie massiv in die Rechte der Patienten eingreifen.

Auch wenn es ein Anliegen der Bundesregierung ist, die Zahl der Organspenden zu erhöhen, muss das Selbstbestimmungsrecht der Patienten geachtet werden und darf nicht durch ein politisches Ziel, Organspende als „Normalfall“ zu etablieren, unterlaufen werden.

Mit dieser Petition wende ich mich gegen Ihr Vorhaben, hirntoten Patienten ohne deren ausdrückliche Einwilligung oder der Zustimmung ihrer Verwandten Organe zu entnehmen.

Es darf keinen Automatismus geben, der dem Staat eine Verfügungsgewalt über den menschlichen Körper zuspricht.

Das automatische Voraussetzen der Einwilligung zur Organentnahme, wenn beispielsweise keine entgegengesetzte Patientenverfügung vorliegt, widerspricht dem Anspruch, unter allen Umständen die Würde der Person zu achten.

Die Kritik, die auch aus den Reihen des deutschen Ethikrates formuliert wurde, dass es zu keiner „Organentnahmepflicht“ kommen dürfe, ist bei weiteren Veränderungen der Gesetzeslage einzubeziehen.

Der Staat darf die Interessen von Patienten nicht gegeneinander ausspielen - und erst recht nicht den Eindruck erwecken, der Mensch könne als Ersatzteillager betrachtet werden.

Das Gesundheitssystem und vor allem die Transplantationsmedizin brauchen das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger.  

Gesetzgeberische Eingriffe, die das Selbstverfügungsrecht der Patienten verletzen, oder Druck auf Anverwandte ausüben, um den möglichen Widerspruch gegen die Organentnahme zu beeinflussen, gefährden dieses Vertrauen.

Ich unterstütze daher diese Petition und verlange, dass die erweiterte Zustimmungslösung beibehalten wird.

Mit freundlichen Grüßen,
[Ihr Name]

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